Mein Campingzeug

Im Hotel kann jeder schlafen, im Zelt aber auch.

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Bei der Vorbereitung zu meiner Trans-Italien-Reise stellte sich schnell heraus, dass es im August quer durch Italien schwer und teuer ist, für jeweils eine Nacht ein Zimmer zu finden. Da mein letzter "Campingurlaub" als Azubi 1991 auf Korsika war, wurde Camping 2.0 an mein fortgeschrittenes Alter angepaßt. 

Meine Ausrüstung ist nicht die Beste, Teuerste oder Billigste. Sie besteht einfach aus Teilen die ich schon hatte, beziehungsweise nach reiflicher Überlegung für mich optimal waren und somit gekauft wurden. Das heißt nicht, dass sie für jeden anderen auch optimal sind. Der eine ist mit der 79€ Komplettausrüstung vom AldiLidlLouis XY happy und fährt eventuell damit durch ganz Afrika, der andere kann nicht ohne 1000€ Zelt ausser Haus. Ich habe mir immer überlegt, was kostet ein Zimmer pro Nacht, wann hat sich diese oder jene Anschaffung bezahlt gemacht. Anfangs war alles nur für meine eine Trans-Italien-Reise optimiert. Dann bin ich auf den Geschmack gekommen und habe das Zelten wieder für mich entdeckt. Somit änderte sich auch die Vorrausetzung und damit nach und nach das Equipment. Überlegung: Bei einer 14-tägigen Reise, im August durch Italien, kosten die Hotelübernachtungen locker 700€. Damit kann ich für 500€ ein top Campingequipment kaufen und habe noch 200€ für die Platzgebühren übrig. Ergebniss: Bei der nächten Reise spart man 500€. 


Zelt:

Von diversen "Kinder-Isar-Abenteuer-Übernachtungen" hatte ich das Salewa Denali IV, ein 4 Personen Zelt, das es nicht mehr gibt. Das Packmaß geht in Ordnung, könnte aber, wie immer, kleiner und leichter sein. Es ist schnell und easy aufgebaut und kostet nicht die Welt. Da ich aus Dummheit die Stangen verbogen habe, weiß ich jetzt, dass die Ersatzteil Situation bei Salewa schwierig ist. Einfacher ist es universal Alustangen zu kaufen und entsprechend abzuschneiden. Allerdings bekomme ich dafür fast ein neues Zelt.

Gedacht getan. Das neue Zelt ist ein MSR Elexir 2. Kleiner und leichter. Allerdings habe ich gleich in Rumänien die serienmäßige Unterlage liegen gelassen und weiß somit, dass auch bei MSR die Ersatzteilversorgung nicht besser ist. Ansonsten ist es ein super Zelt zum Motorradreisen wenn man alleine drin schläft.

Isomatte:

Um den größtmöglichen Schlafkomfort zu erzielen, entschied ich mich für ein Luftbett, denn im Hochsommer muss in Italien nichts isoliert werden. 2 x 1 Meter groß und 20cm dick, mit elektrischer Pumpe und erstaunlich großem Packmaß sowie Gewicht. Mit einem Leintuch darauf an Komfort nicht zu übertreffen, da waren einige neidisch.

Bei meinen Reisen im Mai legte ich eine einfache Styropor-Silber Isomatte unter das Luftbett zur Isolation, was bis um die 5 Grad ausreichend isolierte.

Am Atlantik dann der Exodus meines Luftbettes. In der Not habe ich mir in San Sebastian eine Thermarest NeoAir Venture gekauft. Eigentlich nur als Notlösung für die 5 Nächte bis nach Hause gedacht, bin ich doch erstaunt wie gut man auf einer nur 5 cm dicken Luftmatratze schlafen kann. Das einzige was mich ein wenig stört, sie ist nur 51 cm breit. Unterm Strich bin ich aber immer bestens erholt am Morgen aus meinem Zelt gekrabbelt.

Somit habe ich mir noch eine Thermarest NeoAir als Camper XL gekauft und bin sehr glücklich damit. Nicht ganz so ultrakomfortabel wie das Luftbett aber dafür kleiner und erheblich leichter. Bei Ebay noch eine 12V Luftpumpe bestellt und fertig. Zur weiteren Gewichtsreduzierung habe ich auch noch auf das Leintuch verzichtet, was aber wenn es heiß ist unangenehm schwitzig wird.

Schlafsack:

Für den Sommer habe ich einen schon in die Jahre gekommenen dünnen Carinthia Sommerschlafsack. Sehr dünn, sehr kleines Packmaß. Allerdings im Juli 2016 in den spanischen Pyrenäen ab und zu nicht warm genug. Für die Kapartentour habe ich aus diesem Grund einen zweiten Carinthia mitgenommen. Das Pakmaß ist akzeptabel und man ist temperaturmäßig flexibel.  Für meine Touren im Mai habe ich einen Deuter Space, Kunstfaser Deckenschlafsack. Die Wärmeleistung ist im Mai im Gebirge ausreichend aber das Packmaß enorm.

Gaaanz wichtig:

Ein kleiner Dreibeinhocker, da ich einfach nicht auf dem Boden hocken will. 

Ein Kissen von ThermaRest mit einem Baumwollbezug ist so bequem, dass ich es sogar in Hotels mitnehme.

Tupperdose, Brotzeitbrett, Besteck und ein Messer mit Korkenzieher. Jedes Land hat seine eigenen Brotzeitklassiker. Dazu noch ein lauschiges Plätzchen in der Natur und alles ist gut.

Outdoor TEK Towel large 60x120 ist absolut klein leicht und bestens zum duschen, baden, schwimmen oder am Strand liegen geeignet. Danach trocknet es sofort wieder.

Zum Zähne putzen und Hände waschen reicht ein Mikrofaser Tuch vom Discounter.

Seit 2017 habe ich einen Klapp-Rolltisch, um mir einen Kaffee kochen zu können während morgens mein Zelt trocknet. Wenn man Alukoffer mit ebenem Deckel hat kann man sich den allerdings sparen.


Camping 2.0 bedeutet für mich auch, dass ich auf keinen Fall nach einer 600 KM Tagesetappe, durchgeschwitzt, ungewaschen, meine Notdurft hinter einem Busch verrichte und dann ins Zelt krieche. Ich bin bisher immer auf einem Campingplatz abgestiegen um den Luxus von sanitären Anlagen und kaltem Bier zu genießen. OK, in Süditalien sind die sanitären Anlagen weit weg von Luxus, aber immerhin besser als nichts. Eine enorme Erleichterung bei der allabendlichen Platzsuche ist das Archies-App. In Frankreich stehen allerdings soviele Camping-Wegweiser am Strassenrand, dass es auch ohne geht. Das Spektrum an Campingplätzen reichte von megaspießigen Riesenplätzen mit Karaoke bis zu klitzekleinen, chilligen Plätzen am Meer mit Jazzkonzert am Abend. Je öfter man sucht, desto mehr Gespür entwickelt man, wo ein geeigneter Platz sein könnte. Inzwischen bin ich auch nicht mehr so panisch und nehme den erst besten Platz, sondern wenn mir was nicht paßt, ziehe ich einfach weiter. Und bis jetzt habe ich es noch nie bereut, denn es kam immer etwas Besseres nach.

Camping 2.1 ist seit 2017 eine an die Reise angepasste Variante. Um ehrlich zu sein, gefällt mir das wilde Zelten inzwischen auch ganz gut...