Pyrenäen und Picos de Europa

Vielleicht DIE Motorradreise

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Wenn man im Internet die Suchbegriffe "motorrad" und "pyrenäen" bemüht, könnte man glauben, dass jeder Motorradfahrer schon mal dort war. Ich wollte natürlich auch ins Mekka der zweirädrigen Glückseligkeit. Nach einem Bericht in der MOTORRAD 2012, schlug mir mein Bruder vor die "Picos de Europa" zu bereisen. Da der Weg dorthin diverse Hochgebirge überquert, musste die Reise im Sommer stattfinden. Die Zeit ging ins Land und ich startete im Juli 2016 zu einer "Memorial Tour".

Für meinen Bruder:


9.Juli

Verkehrschaos. Samstäglicher Ferienverkehr staut sich vom Autobahnende durch Eschenlohe bis zum Fernpass. Auf dem Stilfserjoch geht es dann zu wie beim Giro d´Italia. Danach fahre ich über kleinste leere Pässe, wo ich die Tiger am Passo Mortirolo in einer Rechtskehre, stehend ganz langsam auf den Asphalt lege. Ich muss mich offensichtlich erst an den hohen Schwerpunkt gewöhnen. Aber zum Glück ist nichts passiert, nur der Stolz hat einen Kratzer abbekommen. Auf dem Passo Vivione kaufe ich wieder bei meinem Senner ein Stück Käse für kleines Geld. Als ob die unsägliche Hitze nicht genug wäre, segnet auch noch das neue Handyladekabel das zeitliche. In der Ebene, bei der Suche nach Lebensmitteln und einem Ladegerät kommt es mir noch heißer vor obwohl es schon erstaunlich spät ist. Auf der Autostrada nach Turin wird es dann doch dunkel und es stellt sich die Frage, neben der Autobahn in der Poebene einen Campingplatz zu suchen oder durchziehen? Es kann nur eine Antwort geben. Ich komme in völliger Dunkelheit, beim im Archies gefundenen Campingplatz an und stelle fest, dass da keiner ist. Also fahre ich durch die schwarze Nacht zurück nach Briançon und drei Min. vor Schluss gerade noch durchs Tor eines anderen Campingplatzes. Um 23:30 baue ich mein Zelt auf, dusche und esse dann Tomaten, Oliven, Rohschinken und Käse vom Senner mit leider lauwarmen rotem Frizzante. Trotzdem Bombe. Am ersten Tag 770 KM, aber mit der Tiger ist das kein Problem.

10.Juli

Los geht es direkt in die Sperrung des Col d´Izoard wegen eines Radrennens. Aber wer will schon über berühmte Pässe fahren, wenn es auch eine Schnellstraße gibt? Auf der anderen Seite will ich ja auch weiterkommen und baue immer wieder mal Verbindungsetappen ein. Was die Sache erleichtert ist, dass quasi alle Franzosen, sobald sie ein Motorrad von hinten kommen sehen oder vielmehr hören, nach rechts neben dem Strich fahren um es vorbei zu lassen. Zu meiner Überraschung auch die Gendarmerie. Bedankt wird sich mit dem rechten Fuß. Es geht durch das Drometal, an der L`Eyrieux, und der L`Eysse entlang durch hügeliges Land, Schluchten, Kurven und wie nicht anders zu erwarten, im Juli, in Südfrankreich massenhaft Hitze. Mittags grille ich mir mein Fleisch vom Vorabend (es wurde ja spät, da war nix mehr mit grillen) auf einem "Rastplatz" und lasse blöderweise meine Flipflops zurück. Am Abend kaufe ich Baguette und suche einen Campingplatz am See. Allerdings gastiert hier eine KTM Veranstaltung mit Bierzelt und Frankreich spielt gegen Portugal im EM-Finale. Mir schwant eine laute Nacht und suche einen anderen Platz. Der Nächste ist zwar nicht am See und ziemlich einfach, aber mit Grill und freier Platzwahl. Das Beste ist, dass er nur 5,70€ kostet. Die Salsicce bruzzeln auf dem Grill und ich trinke dazu einen anderen vorzüglichen italienischen roten Frizzante - im Langedoc! Morgen gibt es hoffentlich französischen Wein und neue Flipflops. 408 KM

11.Juli

Vorweg, ja es gab Flipflops und französischen Wein. Einen einfachen aber guten Merlot, gekauft beim Winzer. Aber jetzt erst mal zum Anfang und da donnert es um kurz nach 8. Ein Blick aus dem Zelt bestätigt die Befürchtung. In Rekordzeit von 35 Minuten baue ich das Zelt ab bevor es nass wird und bin on the road. Eine halbe Stunde später krame ich den Regenkombi aus den Untiefen des Koffers hervor, da das Tröpfeln sich zu einem "Schnürlregen" entwickelt. Bald wird es aber wieder heller und die Straße trocken. Zum Glück, denn die Tarnschlucht ist beeindruckend und der Rest der Strecke nicht weniger spektakulär. Am Geilsten die D907 die in zwei Tagen Schauplatz der Tour de France wird. Immer wieder Ebenen zum Strecke machen, dann wieder Kurven ohne Ende. Ich kaufe nachmittags Fleisch, super Tomaten, süße Aprikosen und Rotwein beim Winzer und biege dann abends kurz vor Spanien auf einen Campingplatz ab. Mit Grillverbot. Toll. 445 KM

12.Juli

Olala, ich habe bis halb 10 geschlafen. Aber ich bin ja im Urlaub, nicht auf der Flucht. Im nächsten Ort frühstücke ich mit Cafe au Lait und Pain au Chocolat und programmiere die heutige Route ins Handy. Siehe da, mein hinkender Zeitplan läuft wieder rund, da der Maßstab meiner Karte mich getäuscht hat. Einmal durch sind nur 280 KM. Das sollte zu schaffen sein am Nachmittag. Zuerst aber kaufe ich Öl und schütte 400 ml davon in die Tiger. Respekt! Ich dachte die Pyrenäen wären dünn besiedelt, fahre aber hier im Osten immer wieder durch Industriegebiete und größere gar nicht mal so hübsche Städte. Zwischendrin aber schönste Motorradstrecken. Der Übertritt nach Spanien, nach über drei Tagen Fahrerei, ist ziemlich unspektakulär. Nicht mal ein Schild auf der Passhöhe als Fotohintergrund. Die 24h Tankstelle hat keinen Schlitz zum Karte reinstecken und verwirrt mich, die Gebrauchsanweisung ist immerhin zweisprachig, Katalan und Kastelan. Das hilft mir jetzt gar nix aber zum Glück gibt es auch Tankstellen ohne Automat. Die legendäre N260 ist es zurecht, die Skiorte auf den Passhöhen nicht. Gelernt von den Besten: Beton-Hochhaus-Bettenburgen im französischen Stil. Das tut weh! Weiter über die C 28 hinauf zum Port de la Bonaigua. Das Wetter wird wieder schlecht. Die Straße verschwindet in den Wolken, komisch auf der Karte hat es gar nicht so hoch ausgeschaut. Es werden 2072 Meter und 8,5 Grad was ziemlich frisch im Hochsommer-Outfit ist. In Vielha muss ich mich entscheiden. Links weiter in Spanien oder rechts nach Frankreich. Der Himmel ist überall dunkelgrau also nehme ich links, denn Spanien bedeutet Sonne! 20 Km später zeigt sich, dass es eine gute Entscheidung war als ich im Abendlicht dem Campingplatz-Wegweiser folge und eine Stunde später am Grill stehe. Anscheinend wird Fleisch besser wenn man es lange genug im Tankrucksack herumfährt. 372KM

13.Juli

Tragödien ohne Ende. Die Nacht war sehr kalt in meinem Sommerschlafsack und es war gerade so auszuhalten, mit langer Unterhose und Fleecepulli. Am Morgen ist das Zelt nass, aussen vom Tau und innen von mir. Ich hänge das Aussenzelt über einen Zaun und lasse das Innenzelt aufgebaut zum Trocknen stehen. Es reicht der erste Windstoß, und es hüpft wie ein Strandball zuerst über den Platz und dann über den Zaun, in den Pool. Wie durch ein Wunder bleibe ich bei meinem Sprint und Sprug über den Zaun in Flip Flops unverletzt. Bei der hektischen Bergung verbiegen sich auch noch die Alustangen und seit dem steht es etwas lapprig. Somit komme ich wieder erst mittags vom Campingplatz. Zuerst fahre ich wieder auf die N260 und dann schön über einen Pass und durch eine Schlucht rüber nach Frankreich. Und wieder wird das Wetter schlecht und kalt, weswegen ich einen Pass weiter westlich zurück nach Spanien fahre. Das Herumgetröpfle hört  zwar auf aber es bleibt kalt. In der Ebene sind es 16°, weswegen ich, ohne Erfolg, Ausschau nach einem Hotel halte. Als es auf 22 Uhr zugeht habe ich die Faxen dicke und zische auf die Autopista nach Pamplona. Zu meiner Überraschung sind hier die Menschen alle in weiß mit roten Halstüchern unterwegs. Meine Befürchtung, dass das berühmte tierquälerische Idioten-laufen-vor-Stieren-umher-Fiesta (Sanfermines) im vollen Gange ist, bestätigt sich, denn die Hotels sind voll und überteuert. Vollkommen entnervt düse ich um halb elf wieder aus der Stadt und finde überraschend eine halbe Stunde später ein Zimmer in einem Hostal (38,50). Das Menu del Dia (12€) und Rotwein beruhigen die Nerven wieder. 475KM

14.Juli

Hostal hat was. Man muss kein Zelt abbauen beziehungsweise trocknen und um 10 Uhr rolle ich gefrühstückt und betankt Richtung Picos de Europa. Heute ist alles dabei. Ich schlängle mich durch grüne, dschungelartige Baumhöhlen im Baskenland, zirkle auf Pässe mit Atlantikblick in Kantabrien und tauche in Täler die nach Nepal aussehen in Asturien. Auch lerne ich ein neues Schild kennen, nämlich eines, dass mir nach einem Tunnel sagt, dass der Tunnel zu Ende ist. Später aktiviere ich sogar einmal den Offroad Modus. Nicht das er nötig ist, die Strecke ist lediglich eine lange Baustelle mit längeren "Schotter" Abschnitten, aber wenn man schon so was modernes hat... Danach geht es mal wieder expressmäßig über lange schnurgerade Straßen ohne Verkehr zum Tagesziel wo ich nochmal in einem Hostal absteige (25€). Da das Mittagsmenü, 3 Gänge für 10,90€ mit Cola und Cafè solo, noch anhält reicht mir jetzt ein Stück Tortilla und das ein oder andere Glas Vino Tinto. 502KM

15.Juli

Wieder recht früh gehts gleich zur Sache. Motor, Reifen und die Glieder sind noch garnicht warmgefahren, da reiht sich schon Radius an Radius. Ein Bikertraum um die Picos herum. Die Stichstraße zur Gondelbahn hingegen lohnt sich nicht, ausser man will mit der Gondel auf den Gipfel. Sie ist fahrerisch uninteressant, und es gibt keine Aussicht. Zum Glück bin ich lange vorher einem Fotowegweiser gefolgt. Es geht weiter nach San Sebastian mit zwei kurzen Autobahnetappen um Santander und Bilbao herum. Nach Bilbao stecke ich ein wenig im Verkehrschaos fest. Als ich endlich den Atlantik erreiche bin ich 3377 KM gefahren. Diese Küstenstraße ist mal was ganz anders. Sie ist kurvig wie andere Küstenstrassen auch, aber meistens im satt grünen Wald und zwischendrin kommt das Meer zum Vorschein. Ziemlich verrückt. Auf dem Berg vor San Sebastian baue ich auf einem Riesencampingplatz, für satte 17,50€, mein Zelt, mit Blick auf die Autobahn auf. Solange es noch hell ist, fahre ich runter nach San Sebastian und stürze mich in die kalten atlantischen Fluten. Nach über 3400 KM mit viel Abwechslung am Ziel. Abends bummle ich erst kurz durch die sehr schöne Stadt und später stelle ich fest, dass mein Luftbett platt ist. Na dann gute Nacht. 535KM

16.Juli

Nach einer erstaunlich guten Nacht, der nächste Schock, meine hinteren Bremsbeläge sind quasi nicht mehr existent. Ich packen ein, kaufe eine Isomatte in San Sebastian, und fahre dann zu meinem Termin um 14 Uhr in Biarritz. Leider nicht zum Wheels and Waves Festival, sondern Bremsbelag wechseln beim Triumph-Händler. Zu meiner Überraschung kosten sie genau soviel wie bei uns. Um halb drei beginnt meine Heimfahrt durch die Pyrenäen. Wie gehabt, alles kurvig und schön bis ich um 7 einen kleinen hübschen Campingplatz finde. Da heute Waschtag ist komme ich erst um 21 Uhr ins Dorf. Das bedeutet in Frankreich offensichtlich, dass man nichts mehr zum Essen bekommt. 20 Kilometer südlich haben sie noch noch nicht mal ansatzweise damit angefangen. Ich kann aber immerhin noch ein paar "Tapas" zum Wein herraushandeln. 268KM

17.Juli

Der Tag fängt mit der üblichen Warterei auf das Trocknen des Zeltes an. Die neue Isomatte ist sehr schmal aber trotz der nur 5cm Dicke erstaunlich bequem. Danach das übliche französische Tankdilemma. Der Tankautomat erzählt dir erst am Ende der ganzen Eintipperei von Zapfsäulennummer, bestätigen, Kraftstoffart, bestätigen, PIN, bestätigen, dass man mit dieser Karte nicht tanken kann. Das ganze jeweils mit Master und EC Karte. Manchmal allerdings funktioniert es auch. Ich durchschaue das System dahinter allerdings nicht. Da lobt man sich Italien. Geldschein reinstecken, tanken, fahren. OK, hat früher nicht immer geklappt. Frühstücken ist auch nicht einfacher. In eine Bar, Cafe au Lait bestellen, zu Fuß 30 Meter die Straße bei 30 Grad in Motorradklamotten rauf gehen, Croissant kaufen, in die Bar zurück und das war es dann auch schon. Nach dem Frühstück kommt auch eine "normale" Tankstelle. Ich weiß nicht, wer das Gerücht verbreitet hat, dass es hier keine Tankstellen gibt. Im Elsass gibt es keine, aber hier, alle paar Kilometer. Schlussendlich fahre ich wie gestern schon die D618 entlang. Das ist das Pendant zur N260 auf der spanischen Seite, aber ganz anders, vor allem was den schlechteren Straßenzustand betrifft. Führt durch Wälder und über unzählige Pässe immer entlang der Pyrenäen. Wer Kurven mag ist hier richtig und sie ist ein Teil der historischen Tour de France, was die unzähligen Radler erklärt. Die Campingplatzsuche um acht, wird durch den Umstand erschwert, dass hier scheinbar alle ihre Rezeption um 19 Uhr schließen. Der Platz an dem die Bar das übernimmt, ist sehr groß und eine Karaokeshow ist im vollen Gange. Mein Platz am Fluss ist relativ abgelegen und das Wasser rauscht lauter als die Musik oder Route National. 399KM

18.Juli

Irgendwie will es nicht klappen mit dem früher losfahren und dann verlangt der Campingplatz auch noch satte 28€. Rekord! Ich fahre zum Abschluß nochmal zur D618 und sie enttäuscht mich nicht. Danach durch ein schier endloses, aber auch spektakuläres Tal, runter nach Carrcasonne und dann weiter Richtung Chavennen. Ich kaufe Salat und Dosenthunfisch bevor ich Ausschau nach einem Camping halte. Im Augenwinkel sehe ich ein Schild mit einem Zelt und den Buchstaben MOTO darauf. Wow, ein Camping Platz nur für Biker. So etwas gibt es wahrscheinlich nur in Frankreich. An der Bar spielt Rockmusik und Didier zapft erstmal ein Begrüßungsbier. Rock n' Roll. Schnell hat er mich auch zu einem gemeinsamen Abendmenü für 19€ überredet. Dann gibt es halt morgen den Salat. Es ist ein super Abend unter Bikern diverser Nationen. 350KM

19.Juli

Was für ein Tag. Ausser einem kleinen Irrtum des Navis am Anfang. Wahrscheinlich hätte ich den Abbiegehinweis nicht ignorieren sollen. Zwischendrinn am Arsch der Chavennen esse ich einen Crêpe mit Schinken, Käse, Ei und einer Orangina für 4€. Die französischen Preisgestaltung wird immer mysteriöser. Bis auf die heiße und langweilige Durchquerung der Rhone Ebene eine lange aber geile Strecke. Und wer hat eigentlich behauptet es gäbe in Frankreich kein Tankstellenproblem? Nur alle heiligen Zeiten eine Tanke, dann aber mit Automat! Inzwischen habe ich die Theorie, dass meine Karten an den Automaten der Supermarktketten funzzen. Um kurz nach neun baue ich mein Zelt auf einem großen, mäßig vollen und ziemlich entspannten Campingplatz auf und mache mir meinen Salat vom Vortag.  503KM

20.Juli

Oft schmiedet man einen ganz einfachen Plan und dann wird es sowas von anders. Der eigentliche Plan: popelige 300 Kilometer, davon 100 auf der Route National, zur italienischen Autobahn fahren und bei Bergamo einen Campingplatz suchen. Bis zum Col d'Alos dachte ich, wäre diese super geile Straße, die vor 20 Jahren meine Maßeinheit für super geile Straßen wurde. Problem: sie ist es nicht. Aber kein Problem, dann kann es ja nur die daneben, oder die da daneben sein. Also bin in Barcelonnette über den Col de la Cayolle und Couillole zurück und dann über den Cime de la Bonnette wieder auf meine ursprüngliche Route. Ein knapper 4 Stunden Schlenker. Mit dem Ergebniss, dass ich keine Ahnung habe wo diese geile Straße war. Schlussendlich sind es eine Menge Pässe, viele davon eng, mit katastrophalem Teer. Da bin ich jetzt von Spanien verwöhnt. Über den Col de Var und Iseran lasse ich es schön rauschen, allerdings haben die Pirellis nach 5300 KM den magischen Millimeter, was die Sache nicht besser macht. Ein echter Lichtblick sind die zwei Espressi in Cesana Torinese gleich nach der Grenze zu Italien. Die Franzosen können viel, Teer und Espresso gehören oft nicht dazu. Ums kurz zu machen, aus Bergamo wurde Monza. Der einzige Campingplatz dazwischen. Um fünf nach zehn stehe ich auf heiligem Boden, im königlichen Park von Monza, neben der Rennstrecke. Der Platz ist leer, dafür rockt eine Italo-Band bis Mitternacht und es gibt Burger mit Bier. Wenn das die französischen "19-Uhr-geschlossenen-Campingplätze" wüssten. 692KM

21.Juli

Regentropfen auf dem Zelt lassen mich um kurz vor 8 in Rekordzeit zusammenpacken. Ein Mückenschwarm nützt meine Wehrlosigkeit gnadenlos aus. Um 9 Uhr rolle ich gefrühstückt und betankt auf die Autobahn. Im Umgehungsstraßengewürm frage ich mich wie wir das jemals ohne Navi geschafft haben. Fünf Spuren in vier Richtungen, sind sogar mit Navi eine Herausforderung. In Brescia geht es Richtung Idrosee, wo der erste nasse Pass mit mittlerweile zwei abgefahrene Reifen Würze ins Spiel bringen. Auf dem Weg nach Madonna de Campigilio erinnere ich mich, warum ich diese Strecke seit über 20 Jahren nicht mehr gefahren bin. Eine Ortschaft reiht sich an die Andere und im Prinzip kann man den Tempomat duchgehend auf 60 lassen. Zuguterletzt erwischt mich am Brenner noch ein amtliches Unwetter und es regnet bis ich zu Hause angekomme. Hier esse ich den Rest meines Sennerkäses, der mich 13 Tage lang bei allen Temperaturen durch dick und dünn begleitet hat. Perfektes Ende. 548KM

Fazit

Zurückblickend, habe ich auf den letzten 7300 Kilometern viel erlebt und gesehen. Absurdes und viel Interessantes. Was noch genauer erfahren werden will, ist Nordspanien. Da fand ich es schon sehr schön und abwechslungsreich. Die Cavennen waren bei der Hinreise eintönig aber zurück der Wahnsinn. Da gäbe es noch unzählige Straßen mit Potenzial. Die französischen Seealpen werden scheinbar, je öfter man dort ist, immer langweiliger.

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